Vom Glauben und Mythos einer Heiligen

Ihr Leben ist ein Mysterium. Wie bei kaum einer anderen Figur ranken sich zahlreiche Legenden und Mythen um die „Gefährtin Jesu“. Entsprechend polarisiert die Darstellung der Heiligen bis heute: Maria Magdalena. Wird manchmal ihr biblisches Auftreten als „Apostelin der Apostel“ als feministisches Vorbild gedeutet, ist sie auch oft eine Ikone der Hoffnung und Symbol für die Kraft der Erlösung und der Liebe Gottes. Andere hingegen sehen in ihr die Jüngerin mit dem verruchten Image, die Sünderin. Wieder andere deuten sie als Geliebte oder Ehefrau Jesu und Mutter seiner Kinder. Genau diese Ambivalenz inspiriert Künstler zu immer neuen Darstellungen.

In Reminiszenz an das auf Schloss Voigtsberg präsentierte Ölgemälde „Heilige Maria Magdalena mit dem Salbgefäß“ von Lucas Cranach d. Ä. widmen die Museen Schloss Voigtsberg jener Heiligen eine eigene Ausstellung. Unter dem Titel „Maria Magdalena – Glaube und Mythos“ verfolgt die Schau ihre Spuren, beleuchtet historische Hintergründe, zeigt die Wandlung in ihrer Darstellung und schlägt die Brücke bis zur Popkultur. Der Bereich der zeitgenössischen Kunst wird als eine Art Bestandsaufnahme aktueller Magdalenen-Darstellungen in der Ausstellung neben popkulturellen Referenzen an die Heilige – u. a. in Form von Comics, Musiktiteln oder filmischen Werken – präsentiert.

Ein weiterer Bereich der Ausstellung ist in den Räumen der ehemaligen Schösserstube altmeisterlichen Arbeiten vorbehalten. So sind dort Werke von Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Godfried Schalcken oder Hendrick Goltzius vertreten.

Im Rahmen der Exposition, die bis 27. Oktober auf der Burganlage zu erleben ist, finden Begleitangebote und öffentliche Veranstaltungen statt. Stationen wie die „Puzzlewand“, bei der kleine Besucher verschiedene Gemälde zusammensetzen können, sind erlebnisorientiert konzipiert.

www.schloss-voigtsberg.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

vier × 2 =