Zwei Ausstellungen zum 450. Geburtstag von Jacob Böhme

Handschrift aus dem Linzer Archiv, Foto: Steffen Menzel

Jacob Böhme wäre in diesem Jahr 450 Jahre alt geworden. Die Görlitzer Sammlungen widmen dem ersten deutschen Philosophen und großen Sohn der Stadt Görlitz zwei Sonderausstellungen im Barockhaus.
Das Graphische Kabinett zeigt die Schau „DIE GESICHTER JACOB BÖHMES. Druckgrafiken des 17. bis 19. Jahrhunderts“. Von Jacob Böhme ist kein authentisches Bildnis überliefert, sondern nur eine knappe Beschreibung seines Aussehens. Sie inspirierte Künstler seit dem 17. Jahrhundert zu Porträtdarstellungen. Stets imaginär, prägen diese verschiedenen Gesichter Jacob Böhmes bis heute unsere Vorstellung vom Aussehen des berühmten Mystikers. Neben Porträtgrafiken zeigt die Ausstellung auch druckgrafische Illustrationen zu Böhmes Werken.
In der Schatzkammer des Barockhauses ist die Ausstellung „DURCH JACOB BÖHME ZUM SEELENHEIL. Die Sammlung der Engelsbrüder und ihr Weg nach Görlitz“ zu sehen. Sie erzählt die spannende Odyssee einer wertvollen Sammlung. Johann Georg Gichtel versammelte im Jahr 1668 in Amsterdam einen Kreis von Jacob-Böhme-Freunden, die sich der Sammlung und Lektüre von Schriften des Görlitzer Mystikers verschrieben hatten. In kritischem Verhältnis zur Amtskirche stehend, wirkten diese „Gichtelianer“ oder „Engelsbrüder“ bald auch in Deutschland und der Schweiz in stillen religiösen Hausgemeinschaften. Ihr größter Schatz – die Bibliothek mit den Originalhandschriften Böhmes und hunderten Büchern und Briefen – lagerte verborgen vor der Außenwelt zuletzt in Linz am Rhein. Von der Gestapo zunächst beschlagnahmt, gelangte der Bestand 1943 nach Görlitz. Heute bildet er in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften eine der wichtigsten Materialsammlungen zur Jacob-Böhme-Rezeption.

www.goerlitzer-sammlungen.de