Weißwasser entwickelte sich um 1900 zu einem der größten glasproduzierenden Standorten der Welt. Dies hatte das kleine Heidedorf besonders den Glashüttenbesitzern Wilhelm Gelsdorf (1838-1908) und Joseph Schweig (1850-1923) zu verdanken. Letzterer investierte nicht nur in die Glasherstellung, sondern gründete auch im Jahr 1885 gemeinsam mit seinem Neffen August die „Oberlausitzer Porzellanmanufaktur August Schweig & Co.“. Das Familienunternehmen startete klein mit 25 Beschäftigten und produzierte hauptsächlich für den nordamerikanischen Markt. Keine zehn Jahre später arbeiteten hier bereits 200 Männer und Frauen an vier Brennöfen. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts wandelte sich das Werk ständig: es vergrößerte seine Produktion, stellte außer Gebrauchsgeschirr auch (elektro-)technische Artikel her, wurde 1969 Teil des VEB Porzellankombinats Colditz und veredelte letztendlich nur noch angelieferte Rohware. Immer jedoch war es von kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung für Weißwasser und dessen weltweite Bekanntheit.
Die Sonderausstellung „Feine weiße Ware – Die Porzellina Weißwasser und ihre Geschichte“ zeigt anhand der umfangreichen Porzellansammlung des Glasmuseums die bewegte Geschichte des Werks. Die Ausstellung hat noch bis zum 4. Oktober Dienstag bis Freitag von 9 bis 16 und am Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
www.glasmuseum-weisswasser.de








