Sekt-Tipps & Tricks von Kellermeister Jürgen Aumüller

Foto: Arvid Müller

Wie kommt Prickeln in den Sekt?
Das feine Perlenspiel, die sogenannte Perlage, entsteht bei der zweiten alkoholischen Gärung, bei der aus Wein prickelnder Sekt wird. Bei der klassischen Flaschengärung, die französische Kellermeister vor 190 Jahren nach Sachsen brachten, reift der Sekt mehrere Monate bis zu mehrere Jahre in der Flasche. Die so hergestellten Sekte überzeugen mit einer besonders feinen Perlage.
Wie lange kann man Sekt lagern?
Jeder Kellermeister wünscht sich, dass seine klassischen Flaschengärsekte zeitnah getrunken werden. Im Gegensatz zu Wein werden Sekte nicht besser, wenn sie länger gelagert werden.
Wie kalt sollte man trinken?
Sekt wird grundsätzlich kälter als Wein getrunken. Für den besten Genuss empfehlen wir eine Trinktemperatur zwischen 6 und 8 °C. Wenn der Sekt jedoch zu stark gekühlt ist, wirkt sich das negativ auf den Geschmack aus. Denn dann können sich die Aromen nicht optimal entfalten.
Was tut man, wenn die Flasche nicht richtig gekühlt wurde?
Es gibt einen einfachen Trick: Man stellt die Sektflasche in ein Gefäß – am besten einen Sektkühler – und füllt dieses mit Eiswürfeln. Anschließend gießt man etwas Wasser dazu und streut zwei Esslöffel Salz über das Eis. Durch die Verdunstungskälte wird der Sekt innerhalb von zehn Minuten auf eine optimale Temperatur gekühlt.
Welche Gläser empfehlen Sie?
Ideal sind bauchige Gläser, zum Beispiel Weißweingläser mit einem „Moussierpunkt“. An dieser Stelle steigen die Perlen wie an einer Kette nach oben. Alternativ empfehlen wir tulpenförmige Sektgläser mit hohem Stiel. In solchen Gläsern kann der Sekt sein Bukett und seine Perlage am besten entfalten.
Wie schenkt man Sekt ein?
Wir empfehlen, die Gläser vor dem Einschenken zunächst mit etwas Sekt „auszuspülen“. Wenn ein Sekt nicht richtig perlt, liegt das meist am Glas. In diesem sind dann beispielsweise noch Rückstände von Spülmittel vorhanden. Um schnelles Aufschäumen und Überlaufen zu vermeiden, empfehlen wir, das Glas zunächst zu einem Drittel zu füllen und kurz zu warten. Danach können Sie bis ca. 2/3 auffüllen.
Sollte man nun zu Silvester den Korken knallen lassen?
Wir drehen den Korken lieber langsam heraus. Beim Knallen kommt es durch den plötzlichen Druckverlust zum Überschäumen. Außerdem entweicht schlagartig zu viel Kohlensäure, sodass der restliche Sekt im Glas schneller schal wird.
Bringt der Löffel bei einer geöffneten Flasche wirklich etwas?
Eine geöffnete Flasche sollte mit einem Sektflaschenverschluss im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wenn die Flasche noch mindestens halb voll ist, kann sich die Kohlensäure noch gut einen Tag lang halten.
Was ist die spektakulärste Art, um eine Sektflasche zu öffnen?
Sicherlich das Sabrieren, also das Öffnen einer Sektflasche mit einem Säbel. Der Begriff „Sabrieren” leitet sich vom französischen Wort „sabre” für Säbel ab und hat seinen Ursprung in Frankreich zur Zeit Napoleons. Der französische Kaiser war ein großer Freund des prickelnden Genusses und soll der Überlieferung nach 1812 nach einer gewonnenen Schlacht die erste Sektflasche sabriert haben. Bis heute spielt die Kunst des Sabrierens in Frankreich eine große Rolle. Und auch nach Sachsen ist diese Tradition gekommen. Mitgebracht hat sie der französische Kellermeister Johann Josef Mouzon, der erste Kellermeister der späteren Sektkellerei Bussard.
Ist Sekt nur zum Anstoßen gut? Bzw. Sekt und Speisen: Welcher passt wozu am besten?
Mit Sekt kann man nicht nur hervorragend anstoßen, sondern auch einem Menü besonderes Prickeln verleihen. Ein Sekt-Menü offenbart neue Sinnesfreuden: Zu Vorspeisen empfehlen wir einen frischen, animierenden Sekt wie unseren Riesling Brut Jahrgangssekt oder die Hommage 1836, zu Hauptgerichten einen Sekt, der mehrere Jahre klassisch in der Flasche gereift ist. Je nach Auswahl der Speisen kann dies ein Pinot-Sekt oder ein Rosé brut sein. Desserts wiederum werden von aromatischen Sekten mit etwas mehr Restsüße veredelt. Hier reichen wir einen Traminer- oder Scheurebe-Jahrgangssekt oder alternativ unsere „Gräfin Cosel” in Rosé.
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